Die deutsche Energiewende im Faktencheck (2)

Die deutsche Energiewende im Faktencheck (2)

Die Grafik zeigt die regenerative (grün) und konventionelle (grau) Erzeugung, den Verbrauch (rote Linie) und den Börsenstrompreis (blaue Linie) im Monat Mai 2016. (Anklicken für Vergrösserung, bitte.)

Gastbeitrag (Teil 2) von Martin Schlumpf: Wie gut funktioniert heute der Ersatz von Atomstrom durch Wind und Sonne in Deutschland?

Faktencheck 1 gibt Einblick in den massiven Ausbau von Sonne und Wind und zeigt anhand neuster Zahlen, dass trotzdem immer wieder Mangelsituationen auftreten, wo aus aus diesen Quellen fast kein Ertrag kommt, was dazu führt, dass kein Kohlekraftwerk stillgelegt werden konnte.

Faktencheck 2 analysiert nun 1. die Probleme der Überproduktion aus Sonne und Wind, die in den schlimmsten Fällen zu Negativpreisen führen, 2. die verheerenden Kostenauswirkungen der staatlichen Subventionsmaschinerie sowie 3. das Scheitern einer Reduktion der Treibhausgase.


Die Zusammenfassung der beiden Faktenchecks fällt ernüchternd aus:

  1. Obwohl der Abbau von 12 GW Nennleistung der Kernenergie seit 2002 deutlich mehr als 6-mal durch Wind und Solar kompensiert wurde, konnte kein Kohlekraftwerk vom Netz genommen und musste die Produktion von Strom in Gaskraftwerken sogar ausgebaut werden;
  2. diese scheinbar paradoxe Entwicklung beruht auf der niedrigen Energiedichte vor allem der Solarzellen sowie auf der nicht-bedarfsgerechten Flatterstrom-Produktion, die zu
  3. Mangelsituationen (vor allem im Winterhalbjahr) führt, wo generell der Solarertrag viel geringer ist, und die Summe von Wind und Sonne an windarmen Tagen gegen Null tendiert,
  4. oder zu Situationen von Überproduktion (vor allem im Sommerhalbjahr), wo die sprungweise ansteigende Einspeisung von Sonne und Wind nicht genügend ausreguliert werden kann, was bei geringerem Verbrauch zu „überflüssigem" Strom und damit zu einem zusätzlichen Preiszerfall führt;
  5. die Priorisierung und Subventionierung vor allem von Wind- und Solarstrom haben zur Folge, dass die konventionellen Werke kaum mehr kostendeckend betrieben werden können, wodurch ihre Anlage- und Börsenwerte um viele Milliarden gesunken sind;
  6. der enorme Ausbau des Stromenergieparks hat schon bisher sehr viel Geld gekostet, der weitere Ausbau und die dringend notwendigen Netzanpassungen, werden nochmals Milliarden verschlingen;
  7. in der Betriebsrechnung frisst die EEG-Umlage jährlich weitere über 25 Milliarden € weg, was via EEG-Zuschlag den Konsumentenstrompreis verteuert;
  8. und das alles ohne positiven Effekt auf die Treibhausgas-Emissionen.


Sehen Sie sich auch den Faktencheck 2 im Detail an:

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Gäste - Philippe Huber am 23.12.2016
Richtig analysiert, aber die Stromproduktion aus Sonne und Wind bitte auch nicht verteufeln

Das ist alles richtig, aber die Risiken und die Abfälle von KKW sind nicht ganz unproblematisch, oder? Und die Förderung und Verbrennung von Kohle, Öl und Gas sind auch nicht ganz umweltfreundlich, nicht wahr? Die Produktion von Strom aus Sonne und Wind macht in einem vernünftigen Mass auch in der Schweiz Sinn. Leider argumentieren die Fronten immer wieder sehr einseitig und blenden gern die Nachteile der befürworteten Technologie aus. So kommen wir nicht weiter!

Das ist alles richtig, aber die Risiken und die Abfälle von KKW sind nicht ganz unproblematisch, oder? Und die Förderung und Verbrennung von Kohle, Öl und Gas sind auch nicht ganz umweltfreundlich, nicht wahr? Die Produktion von Strom aus Sonne und Wind macht in einem vernünftigen Mass auch in der Schweiz Sinn. Leider argumentieren die Fronten immer wieder sehr einseitig und blenden gern die Nachteile der befürworteten Technologie aus. So kommen wir nicht weiter!
Gäste - balois am 23.12.2016
Postfaktisches Zeitalter

Prächtig klar und einfach zu verstehen. Auch für den Normalo. Sollte man meinen. Unmengen Politiker, Wissenschaftler, Wirtschaft-Koryphähen, fem. und masc.,, Medien jedoch sind beim Elektrischen voll im Postfaktischen Zeitalter angekommen. Ideologie über alles. Die solidesten Argumente, Daten nützen nichts. Da bleibt cui bono? So hirnvernagelt ist doch nicht möglich, es sei denn, es lohnt sich.

Prächtig klar und einfach zu verstehen. Auch für den Normalo. Sollte man meinen. Unmengen Politiker, Wissenschaftler, Wirtschaft-Koryphähen, fem. und masc.,, Medien jedoch sind beim Elektrischen voll im Postfaktischen Zeitalter angekommen. Ideologie über alles. Die solidesten Argumente, Daten nützen nichts. Da bleibt cui bono? So hirnvernagelt ist doch nicht möglich, es sei denn, es lohnt sich.
Gäste - Philippe Huber am 06.01.2017
Das ist wirklich ernüchternd, aber die Deutschen setzen nur die EU-Vorgaben um

Das Hauptproblem ist, dass die EU allen Mitgliedländern Vorgaben gemacht hat, die dazu führen, dass die kaum flexible Stromproduktion aus Sonnen- und du Windkraft Vorrang gegeben wird und dadurch die sehr gute planbare und relativ flexible Stromproduktion aus Kohle wegen zu tiefen CO2 Preisen konkurrenzfähig bleibt. KKW sind hingegen weder flexibel noch in dieser Situation wirtschaftlich konkurrenzfähig. Es ist daher logisch sie abzustellen, weil Grundlast in Zukunft kaum noch gefragt sein wird, sondern flexible Stromproduktion oder Energiespeicher. Das ist eine aufwendige Umstellung unserer Stromversorgung, aber es gibt dazu kaum Alternativen, wenn wir die CO2 Reduktionziele von COP 21 in Paris umsetzen wollen.

Das Hauptproblem ist, dass die EU allen Mitgliedländern Vorgaben gemacht hat, die dazu führen, dass die kaum flexible Stromproduktion aus Sonnen- und du Windkraft Vorrang gegeben wird und dadurch die sehr gute planbare und relativ flexible Stromproduktion aus Kohle wegen zu tiefen CO2 Preisen konkurrenzfähig bleibt. KKW sind hingegen weder flexibel noch in dieser Situation wirtschaftlich konkurrenzfähig. Es ist daher logisch sie abzustellen, weil Grundlast in Zukunft kaum noch gefragt sein wird, sondern flexible Stromproduktion oder Energiespeicher. Das ist eine aufwendige Umstellung unserer Stromversorgung, aber es gibt dazu kaum Alternativen, wenn wir die CO2 Reduktionziele von COP 21 in Paris umsetzen wollen.
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