Erinnerungen an Al Gore

Erinnerungen an Al Gore

Erinnern Sie sich noch an den Film «An Inconvenient Truth»? Im Jahr 2006 beglückte uns der ­Beinahe-US-Präsident Al Gore mit diesem Film. Er kündete den Weltuntergang an, falls wir nicht sofort auf den Ausstoss von CO2 verzichten ­würden.

Schuld seien alleine wir Menschen. Sein Privatjet wurde nicht erwähnt. Der Film trug Al Gore und dem Weltklimarat im folgenden Jahr den Friedensnobelpreis ein. Bei so viel Ehre darf man schon noch einmal auf die Prophezeiungen vor zehn Jahren zurückschauen:

Prophezeit wurde, dass der Golfstrom aufgrund der geschmolzenen Arktis heute versiegt sein könnte. Das Abtauen des Grönland-Eises würde einen Klimaschock bewirken, die Meeres­spiegel würden bis Ende des Jahrhunderts bis um sechs Meter ansteigen. New York würde ertrinken. Der Kilimandscharo habe 2016 keine Schneekappe mehr. Die erhöhten Temperaturen würden zu katastrophalen Stürmen, zu sintflutartigen Niederschlägen und zu apokalyptischen Dürren führen. Der Film führte das menschengemachte Desaster so krass vor Augen, dass er in vielen Schulen zum Pflichtstoff erhoben wurde.

Was hat sich davon in den letzten zehn Jahren bewahrheitet? Nun, der Klimahype ist geblieben. Das Klima hat sich weiter erwärmt, allerdings nicht schneller, als es seit Beginn der ­Aufzeichnungen beobachtet wird. Jedoch ­langsamer, als es sämtliche Modelle voraussagten. Der Meeres­spiegelanstieg wird nicht mehr in Metern, ­sondern in Millimetern gemessen. Das Eis der ­Arktis nimmt zwar weiterhin ab, jedoch nicht schneller als zuvor, ausser in einem Jahr des El Niño. Doch dieses Phänomen ist nicht ­menschengemacht. Die weltweite Sturmaktivität war noch nie so gering wie in den letzten Jahren. Dürren und Überschwemmungen fanden wie immer statt, Niederschläge haben sich statistisch nicht ­verändert.

Alleine die CO2-Emissionen haben seit 2006 um weitere 17 Prozent zugenommen, mehr als je zuvor, die CO2-Konzentration in der Atmosphäre ist um sechs Prozent höher als vor zehn Jahren. Die fehlende Korrelation zwischen Temperaturanstieg und CO2-Konzentration zeigt einzig auf, dass sich das Klima mit einer Reduktion des CO2 nicht direkt steuern lässt. Der Zusammenhang ist viel komplexer, als es Klimapolitiker dem tumben Volk verkaufen.

Die beobachteten Klimaänderungen sind nicht besorgniserregend, die hat es immer gegeben, das ungebremste Verbrennen von Kohle, die Haupt­ursache der übermässigen CO2-Emissionen, ­hingegen schon. Es ist aber nicht schlau, die ­Energiepolitik am Klimawandel und nur am CO2 aufzuhängen. Der eigentliche Umweltschutz geht dabei völlig unter.

Den Klimawissenschaftlern wäre zu raten, sich wieder mehr auf das Beobachten und das Messen statt auf das Modellieren zu konzentrieren. Es gäbe da noch so viele Dinge zu entdecken, wie zum Beispiel jüngst: Der Grönland-Eispanzer ­reagiert offenbar viel weniger auf die Luft­temperatur als bisher angenommen, weil sich knapp oberhalb der Eisschicht eine bisher nicht beachtete Luftschicht bildet, die das Abschmelzen verhindert.

Den Energiepolitikern wäre zu raten, günstige Rahmenbedingungen für Systeme zu schaffen, welche die Umwelt als Ganzes entlasten, nicht nur vom CO2. Ohne Klimadrohungen und ohne ­Subventionen. Letztere sind übrigens alles andere als nachhaltig. Etwa so nachhaltig wie die Glaubwürdigkeit von Al Gore.

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