Milchmädchenrechnung aus dem PSI

Milchmädchenrechnung aus dem PSI

Nur scheinbar gute Nachrichten für den Ökostrom

Jetzt können wir die Energiewende getrost, freudig und rasch an die Hand nehmen; denn das PSI hat in seiner jüngsten Studie berechnet, dass

  1. die Produktionskosten von Fotovoltaik (PV) sich bis 2050 etwa halbieren,
  2. die Produktionskosten von Kohle und Gas bis 2050 etwa um die Hälfte steigen und
  3. die PV unter den Erneuerbaren das grösste Zubau-Potenzial aufweist.

Vgl. BFE Kosten, Potenziale und Umweltauswirkungen von Stromproduktionstechnologien bis 2050 und die dort angegebenen Links.

Also weg von den Fossilen und hin zu Solar! Das scheint nicht nur ökologisch richtig, sondern auch ökonomisch. Was gibt's da für den Ökonomen noch zu meckern? Leider einiges:

  • Wir wollen ja nicht Gas und Kohle durch PV ersetzen, sondern knapp 40 % unseres Stroms aus AKW. Letztere kommen aber auf einen Lastfaktor von 90%, während es die PV in der Schweiz auf bescheidene 10 % bringt. Zudem ist die AKW-Produktion plan- und steuerbar, die PV-Produktion hingegen nicht.
  • Investitionsentscheide basieren nicht auf Kostenvergleichen zwischen verschiedenen Technologien, sondern den Gewinnerwartungen aus der Differenz zwischen Durchschnittserlösen und Durchschnittskosten. Weil bei PV die Hauptmengen zu Spitzenzeiten im Sommer anfallen, sinken ihre Erlöse zu Marktpreisen schneller als die Kosten, immer öfters sogar in den negativen Bereich. Wegen dieser "Kannibalisierung" würde ohne Einspeisevorrang und Einspeisevergütung trotz sinkender Durchschnittskosten niemand in PV investieren.
  • Auch wenn das PSI die Durchschnittskosten methodisch korrekt in Form von "Levelized Costs" berechnet hat, sind Vergleiche der Durchschnittskosten an der Quelle nur bei permanent verfügbaren und planbaren Technologien zulässig, also für Nuklear, Kohle, Gas, Laufwasser oder auch Geothermie. Dagegen müssen beim Flatterstrom Puffer-, Backup-, Speicher-und Netzzusatzkosten addiert werden. (Klammerbemerkung: Die Pumpspeicherwerke musste man nicht bauen, um den überschüssigen Nachtstrom aus AKW loszuwerden, sondern man hat in diese energievernichtenden Speicher investiert, weil sie rentabel waren, indem sie in Spitzenzeiten sehr hohe Verkaufspreise erzielten. Diese Zeiten sind leider vorbei.)
  • Weil die Stromkonsumenten auf eine Netzinfrastruktur angewiesen sind, sind gesamtwirtschaftlich und im internationalen Standortwettbewerb auch nicht die Produktionskosten an der Quelle relevant, sondern die zu bezahlenden Preise bei der Ausspeisung zum Verbrauch als Produktionsfaktor. Theoretisch wie empirisch lässt sich zeigen, dass diese Preise mit zunehmendem Anteil an Flatterstrom steigen. Dänemark und Deutschland haben denn auch etwa doppelt so hohe Strompreise wie Frankreich und dreimal so hohe wie die USA. Der Grund dafür ist, dass auch mit schnell wachsenden Kapazitäten aus Wind und Sonne die Dunkelflauten mit Null-Produktion unverändert bleiben, so dass immer grössere Lücken anderweitig gefüllt werden müssen. Bei starkem Wind und Sonnenschein steigt hingegen die Überschussproduktion, die weitere Zusatzkosten nach sich zieht - z.B. für die Abschaltung von Gaswerken oder die Netzstabilisierung,

Fazit: Die Milchmädchen-Rechnung, gemäss der dank sinkender Produktions-Kosten von PV und Wind und steigender Kosten für Kohle und Gas, sich die Wende immer mehr auch ökonomisch rechnen wird, ist und bleibt falsch. 

Strom aus - Wie sicher sind unsere Netze?
Versorgungssicherheit und Blackout
 
Gäste - Philippe Huber am 10.11.2017
Ökonomisch absolut richtig, solange der Ausstoss von CO2 durch die Verbrennung von Öl, Kohle und Gas kostenlos bleiben

PV, Windenergie und Energiespeicher müssen alle drei noch massiv billiger werden, bevor sie ökonomisch mit Gas- und Kohlekraftwerken konkurrenzieren können. Insbesondere solange es keinen Preis für den CO2-Ausstoss dieser Kraftwerke gibt. Wir sind uns absolut einig.

PV, Windenergie und Energiespeicher müssen alle drei noch massiv billiger werden, bevor sie ökonomisch mit Gas- und Kohlekraftwerken konkurrenzieren können. Insbesondere solange es keinen Preis für den CO2-Ausstoss dieser Kraftwerke gibt. Wir sind uns absolut einig.
Markus Saurer am 10.11.2017
Eine eher gewagte Interpretation, Herr Huber

Ich denke nicht, dass "wir uns einig sind", schon gar nicht absolut. Technische Fortschritte bei PV, Wind und Speicherung werden die Stückkosten ihrer Leistung senken, aber andere Elemente der systemischen Zusatzkosten (Kosten der Dezentralisierung, Netzsteuerung direkt unbeeinflusst lassen. Die Beispiele Deutschland und Dänemark belegen ständig steigende, überproportional steigende Systemgesamtkosten beim steigenden Solar- und Windeinsatz, obwohl die "Levelized" Komponentenkosten schon lange sinken.

Es trifft nicht zu, dass der CO2-Ausstoss nicht besteuert würde. Doch spielt das keine Rolle, weil Wind und PV gar nicht ohne Back-up auskommen. Die CO2- und andere Umweltkosten des Back-ups müssen sogar der Wind- und der Solarenergie zugerechnet werden.

Ich denke nicht, dass "wir uns einig sind", schon gar nicht absolut. Technische Fortschritte bei PV, Wind und Speicherung werden die Stückkosten ihrer Leistung senken, aber andere Elemente der systemischen Zusatzkosten (Kosten der Dezentralisierung, Netzsteuerung direkt unbeeinflusst lassen. Die Beispiele Deutschland und Dänemark belegen ständig steigende, überproportional steigende Systemgesamtkosten beim steigenden Solar- und Windeinsatz, obwohl die "Levelized" Komponentenkosten schon lange sinken. Es trifft nicht zu, dass der CO2-Ausstoss nicht besteuert würde. Doch spielt das keine Rolle, weil Wind und PV gar nicht ohne Back-up auskommen. Die CO2- und andere Umweltkosten des Back-ups müssen sogar der Wind- und der Solarenergie zugerechnet werden.
Gäste - Philippe Huber am 13.11.2017
Entscheidend ist der CO2-Preis, der Rest ist Makulatur

Es stimmt, dass mit der Zunahme der dezentralen Stromproduktion, unsere Stromversorgung wesentlich komplexer und teurer als heute wird. Die Notwendigkeit von Back-up Anlagen, die bei Windflaute oder Sonnenmangel einspringen, ist auch unbestritten. Hier sind wir uns doch einig, oder? Aber wollen wir unsere Abhängigkeit von Kohle, Öl und Gas bei der Stromversorgung reduzieren, oder nicht? Anscheinend sind uns hier nicht einig!

Es stimmt, dass mit der Zunahme der dezentralen Stromproduktion, unsere Stromversorgung wesentlich komplexer und teurer als heute wird. Die Notwendigkeit von Back-up Anlagen, die bei Windflaute oder Sonnenmangel einspringen, ist auch unbestritten. Hier sind wir uns doch einig, oder? Aber wollen wir unsere Abhängigkeit von Kohle, Öl und Gas bei der Stromversorgung reduzieren, oder nicht? Anscheinend sind uns hier nicht einig!
Michel de Rougemont am 13.11.2017
Nein und Nein. Nicht einig

Einig bin ich eben nicht, dass eine dezentrale Produktion einfach nur teurer wäre. Sie liegt im Bereich des unmachbares, nicht weil sie dezentral ist, sondern weil sie chaotisch anfällt. Um das aufzufangen, findet man keine genügende Speicherkapazität als Pumpspeicherwerke (fehlende Stauseekapazität unserer Alpen), oder technisch reife Lösungen (Batterien, Wasserstoff). Dazu wird niemand in solchen teuren Vernichtungsmaschinerien investieren, es sei denn man raubt die Steuerzähler weiter.
Auch nicht einig bin ich, und hier sind wir einig, dass wir uneinig bleiben werden, dass Kohle, Öl oder Gas solche Teufel sind, dass wir sie nicht einsetzen dürfen. Saubere Technologien machen, dass thermische Kraftwerke mit tolerierbaren Umweltrisiken betrieben werden (Einhaltung der Luftreinhaltungsvorschriften).
Der Ersatz von 3.3 GW Atom-Strom (38-40% der jährlichen Produktion) wird nur mit Hilfe von klassischen, steuerbaren Zusatz-Kraftwerken möglich (Wasser ist bereits fast ausgeschöpft, Gaz wird die Lösung sein). PV und Windmühlen können nur einen begrenzten Anteil liefern, bevor sie die Netzstabilität stören. Mit ihren heutigen 2.3% der ganzen jährlichen Produktion scheinen sie noch unter dieser Schwelle zu sein. Aber ihre installierte Nennleistung von nun 1.7 GW kann bald störend werden.

Einig bin ich eben nicht, dass eine dezentrale Produktion einfach nur teurer wäre. Sie liegt im Bereich des unmachbares, nicht weil sie dezentral ist, sondern weil sie chaotisch anfällt. Um das aufzufangen, findet man keine genügende Speicherkapazität als Pumpspeicherwerke (fehlende Stauseekapazität unserer Alpen), oder technisch reife Lösungen (Batterien, Wasserstoff). Dazu wird niemand in solchen teuren Vernichtungsmaschinerien investieren, es sei denn man raubt die Steuerzähler weiter. Auch nicht einig bin ich, und hier sind wir einig, dass wir uneinig bleiben werden, dass Kohle, Öl oder Gas solche Teufel sind, dass wir sie nicht einsetzen dürfen. Saubere Technologien machen, dass thermische Kraftwerke mit tolerierbaren Umweltrisiken betrieben werden (Einhaltung der Luftreinhaltungsvorschriften). Der Ersatz von 3.3 GW Atom-Strom (38-40% der jährlichen Produktion) wird nur mit Hilfe von klassischen, steuerbaren Zusatz-Kraftwerken möglich (Wasser ist bereits fast ausgeschöpft, Gaz wird die Lösung sein). PV und Windmühlen können nur einen begrenzten Anteil liefern, bevor sie die Netzstabilität stören. Mit ihren heutigen 2.3% der ganzen jährlichen Produktion scheinen sie noch unter dieser Schwelle zu sein. Aber ihre installierte Nennleistung von nun 1.7 GW kann bald störend werden.
Gäste - Philippe Huber am 13.11.2017
Ich erachte weder Kernenergie, noch Kohle, noch Öl, noch Gas als teuflisch!

aber auch die Last (Stromkonsum) fällt chaotisch an. Und trotzdem ist sie auch in einem gewissen Rahmen prognostizierbar, wie die Stromproduktion aus PV und Wind. Auf grosse Gaskraftwerke oder auf dezentrale WKK-Anlagen zur Deckung des Winterbedarfs werden wir auch kaum verzichten können, wenn die AKW in der Schweiz abgestellt sind. PV, Windenergie, Brennstoffzellen und Batterien als Energievernichtungsmaschinen zu bezeichnen scheint mir wenig seriös. Sie kennen bestimmt den Wirkungsgrad von thermischen Kraftwerken, nicht wahr?

aber auch die Last (Stromkonsum) fällt chaotisch an. Und trotzdem ist sie auch in einem gewissen Rahmen prognostizierbar, wie die Stromproduktion aus PV und Wind. Auf grosse Gaskraftwerke oder auf dezentrale WKK-Anlagen zur Deckung des Winterbedarfs werden wir auch kaum verzichten können, wenn die AKW in der Schweiz abgestellt sind. PV, Windenergie, Brennstoffzellen und Batterien als Energievernichtungsmaschinen zu bezeichnen scheint mir wenig seriös. Sie kennen bestimmt den Wirkungsgrad von thermischen Kraftwerken, nicht wahr?
Michel de Rougemont am 13.11.2017
Zu einem nicht Problem diskutieren wir nur noch dumme Konsequenzen

Der elektrische Strom ist eine just-in-time supermoderne Dienstleistung, die nun ineffizient gemacht wird. Die Vernichtungsmaschinerie ist die Speicherung, deren Rentabilität negativ bleibt, egal mit welcher Technologie sie betrieben wird.
A force de charger le bateau il coule.

Der elektrische Strom ist eine [b]just-in-time[/b] supermoderne Dienstleistung, die nun ineffizient gemacht wird. Die Vernichtungsmaschinerie ist die Speicherung, deren Rentabilität negativ bleibt, egal mit welcher Technologie sie betrieben wird. A force de charger le bateau il coule.
Gäste - Philippe Huber am 14.11.2017
Alors nous devons mettre hors service tout le pompage-turbinage en Suisse?

Mein Eindruck ist leider, dass Sie und viele Ihrer Kollegen im Carnot-Cournot Netzwerk es noch nicht verdaut haben, die Abstimmung über die Energiestrategie 2050 verloren zu haben. Das ist kontraproduktiv und schade, weil Sie so nur noch als Atom-Nostalgiker taxiert werden und Ihr Wissen und Energie ineffizient einsetzen.

Mein Eindruck ist leider, dass Sie und viele Ihrer Kollegen im Carnot-Cournot Netzwerk es noch nicht verdaut haben, die Abstimmung über die Energiestrategie 2050 verloren zu haben. Das ist kontraproduktiv und schade, weil Sie so nur noch als Atom-Nostalgiker taxiert werden und Ihr Wissen und Energie ineffizient einsetzen.
Michel de Rougemont am 14.11.2017
Psycho als definitiver Argument.

Danke für den freudschen Hinweis.
Il vous faut avoir puisé bien au fond de vous-même pour nous attribuer de tels sentiments.

Als der Bandstrom in der Nacht billig war, und am Mittag die Nachfragespitze zu Höchstpreisen gedeckt werden konnte, waren die Pumpspeicherwerke rentabel.
Aber immerhin eine Vernichtungsmaschinerie von ca. 20% des eingesetzten Pumpenstroms.

Nun, dank der deutschen Subventionierung einer systemischen Überkapazität (thermisch+Wind+PV), kann diesen Spitzenpreis nicht mehr verlangt werden.
Stolze Werke wie Hongrin, Nant de Dranse, Linth-Limmern wurden somit zu einer Art von Investitionsruine.
Sie werden nur geringfügig und unrentabel den Flatterstrom von PV und Wind glätten können, da ihre Pumpenleistungen viel zu schwach und ihre Speichervolumen zu klein sind (vgl Studie H.-W. Sinn).

Daher wird nur eine Ersatzkapazität in der Form von Gaskraftwerken die angeborene, nicht heilbare Krankheit von PV und Wind berichtigen.
Jedoch soll man sich dann fragen, warum soll überhaupt in PV und Wind investiert werden, wenn sie nur im Durchschnitt zu 11% bzw. 21% ihre installierte Nennleistung nützen, und Netz Instabilität verursachen.
Wer wird solchen programmierten Finanzloch füllen, wenn nicht die unwilligen Steuerzahler, die als Bürger die nicht Erneuerbarkeit der Kernkraft beschlossen haben.
Würden Sie ihre Ersparnisse entsprechend einsetzen?

Danke für den freudschen Hinweis. Il vous faut avoir puisé bien au fond de vous-même pour nous attribuer de tels sentiments. Als der Bandstrom in der Nacht billig war, und am Mittag die Nachfragespitze zu Höchstpreisen gedeckt werden konnte, waren die Pumpspeicherwerke rentabel. Aber immerhin eine Vernichtungsmaschinerie von ca. 20% des eingesetzten Pumpenstroms. Nun, dank der deutschen Subventionierung einer systemischen Überkapazität (thermisch+Wind+PV), kann diesen Spitzenpreis nicht mehr verlangt werden. Stolze Werke wie Hongrin, Nant de Dranse, Linth-Limmern wurden somit zu einer Art von Investitionsruine. Sie werden nur geringfügig und unrentabel den Flatterstrom von PV und Wind glätten können, da ihre Pumpenleistungen viel zu schwach und ihre Speichervolumen zu klein sind (vgl Studie H.-W. Sinn). Daher wird nur eine Ersatzkapazität in der Form von Gaskraftwerken die angeborene, nicht heilbare Krankheit von PV und Wind berichtigen. Jedoch soll man sich dann fragen, warum soll überhaupt in PV und Wind investiert werden, wenn sie nur im Durchschnitt zu 11% bzw. 21% ihre installierte Nennleistung nützen, und Netz Instabilität verursachen. Wer wird solchen programmierten Finanzloch füllen, wenn nicht die unwilligen Steuerzahler, die als Bürger die nicht Erneuerbarkeit der Kernkraft beschlossen haben. Würden Sie ihre Ersparnisse entsprechend einsetzen?
Markus Saurer am 13.11.2017
Weniger Fossile

Lieber Herr Huber, wir haben in diesem Blog schon x Mal betont, dass zwar die Zusammenhänge betreffend Klima höchst fraglich seien, es aber noch viele andere gute Gründe gebe, mit fossilen Brenn- und Treifstoffen sparsam umzugehen. Einer der wichtigsten Gründe ist die Luftverschmutzung.

Ebenso haben wir ständig gezeigt, dass der derzeit praktizierte Einstieg in Wind und PV nicht Ausstieg aus den Fossilen bedeutet. Beim derzeitigen Stand der Technik heisst Einstieg in Wind und PV zugleich Beibehaltung - wenn nicht Ausbau - von Gas und selbst von Kohle. Eine ökologisch wie ökonomisch absolut sinnlose Duplizierung und Ressourcenverschwendung. Das zeigt insbesondere das Deutsche Beispiel

Noch extremer, wenn auch noch kaum richtig gestartet, ist das Schweizer Beispiel. Ersatz von 40% Nuklear heisst Einsatz von 2 Mal 40% PV und Wind und Gas (oder Importe, wenn verfügbar). Unser Ausstieg aus der Kernenergie lässt auf jeden Fall die fossile Stromproduktion ansteigen, sei dies nun im Inland oder Ausland.

Jetzt erläutern Sie uns und unseren Bloglesern einmal ernsthaft, wie Sie das mit der Abhängigkeit von Fossilen verstehen. Mit welchen Massnahmen reduzieren Deutschland und die Schweiz denn diese Abhängigkeit?

Lieber Herr Huber, wir haben in diesem Blog schon x Mal betont, dass zwar die Zusammenhänge betreffend Klima höchst fraglich seien, es aber noch viele andere gute Gründe gebe, mit fossilen Brenn- und Treifstoffen sparsam umzugehen. Einer der wichtigsten Gründe ist die Luftverschmutzung. Ebenso haben wir ständig gezeigt, dass der derzeit praktizierte Einstieg in Wind und PV nicht Ausstieg aus den Fossilen bedeutet. Beim derzeitigen Stand der Technik heisst Einstieg in Wind und PV zugleich Beibehaltung - wenn nicht Ausbau - von Gas und selbst von Kohle. Eine ökologisch wie ökonomisch absolut sinnlose Duplizierung und Ressourcenverschwendung. Das zeigt insbesondere das Deutsche Beispiel Noch extremer, wenn auch noch kaum richtig gestartet, ist das Schweizer Beispiel. Ersatz von 40% Nuklear heisst Einsatz von 2 Mal 40% PV und Wind und Gas (oder Importe, wenn verfügbar). Unser Ausstieg aus der Kernenergie lässt auf jeden Fall die fossile Stromproduktion ansteigen, sei dies nun im Inland oder Ausland. Jetzt erläutern Sie uns und unseren Bloglesern einmal ernsthaft, wie Sie das mit der Abhängigkeit von Fossilen verstehen. Mit welchen Massnahmen reduzieren Deutschland und die Schweiz denn diese Abhängigkeit?
Gäste - Philippe Huber am 13.11.2017
Ganz einfach, durch Investitionen in Effizienz und in neuen Technologien

Inklusiv Kernenergie, wie es in der Energiestrategie 2050 steht! Das es kostspielig und sehr anspruchsvoll wird, steht ausser Frage. Wenn Sie und Ihre Kollegen aber die Auswirkungen des CO2 auf das Klima nicht wahrhaben wollen und Kernenergietechnik aus den 60- und 70 -Jahren als einzige Lösung sehen, sind wir uns effektiv nicht einig.

Inklusiv Kernenergie, wie es in der Energiestrategie 2050 steht! Das es kostspielig und sehr anspruchsvoll wird, steht ausser Frage. Wenn Sie und Ihre Kollegen aber die Auswirkungen des CO2 auf das Klima nicht wahrhaben wollen und Kernenergietechnik aus den 60- und 70 -Jahren als einzige Lösung sehen, sind wir uns effektiv nicht einig.
Michel de Rougemont am 13.11.2017
Ganz einfach ist die Untauglichkeit der "einfachen" Lösungen

Das Volk will keine neuen Kernkraftwerke.
Kernenergie kann erst in vielen vielen Jahren wieder diskutiert werden (zunächst müssen die 68er Anti-Nuke gestorben sein).
Der Nachweis wurde nie erbracht, dass die vorhandenen sog. Erneuerbaren den Ersatz der bald fehlenden 3.3 Atom-GW sichern können.
Weder Wunsch noch Subventionen genügen.
Andere Technologien werden sicherlich besser, müssen jedoch erfunden werden.
Das Gras ist nicht grüner im Wunderland.

Das Volk will keine neuen Kernkraftwerke. Kernenergie kann erst in vielen vielen Jahren wieder diskutiert werden (zunächst müssen die 68er Anti-Nuke gestorben sein). Der Nachweis wurde nie erbracht, dass die vorhandenen sog. Erneuerbaren den Ersatz der bald fehlenden 3.3 Atom-GW sichern können. Weder Wunsch noch Subventionen genügen. Andere Technologien werden sicherlich besser, müssen jedoch erfunden werden. Das Gras ist nicht grüner im Wunderland.
Markus Saurer am 13.11.2017

Wir müssen nur wollen, dann können wir auch? Oder was? Wir zeigen doch hier nun dauernd auf, dass es so nicht geht. Sie glauben, es geht. Wir bezweifeln es. Das ist unsere Differenz.

Wir müssen nur wollen, dann können wir auch? Oder was? Wir zeigen doch hier nun dauernd auf, dass es so nicht geht. Sie glauben, es geht. Wir bezweifeln es. Das ist unsere Differenz.
Probleme noch und nocher

Wind- und Solarstrom werden durch die Leistungsregelung der konventionellen Kraftwerke erst möglich. Spätestens wenn (bis 2022) die deutschen Kernkraftwerke vom Netz gehen müssen, hört der Spass auf. Ein europäischer Blackout könnte dann fatale Folgen haben, die Fukushima wie einen Spaziergang aussehen lassen. Das nukleare Technologieverbot ist zudem ein Anschlag auf die Klimapolitik.

Wind- und Solarstrom werden durch die Leistungsregelung der konventionellen Kraftwerke erst möglich. Spätestens wenn (bis 2022) die deutschen Kernkraftwerke vom Netz gehen müssen, hört der Spass auf. Ein europäischer Blackout könnte dann fatale Folgen haben, die Fukushima wie einen Spaziergang aussehen lassen. Das nukleare Technologieverbot ist zudem ein Anschlag auf die Klimapolitik.
Michel de Rougemont am 10.11.2017
Untaugliche Speicherung

Die bestehenden Pumpenspeicherwerke sind kaum für den Ausgleich von kurzfristigen und saisonalen fehlenden Leistungen von PV oder Windstrom nützlich.
Dafür bräuchte man viel Leistungsfähigere (ca. 15x) Pumpen, welche nur während der kurzen Zeit der Verfügbarkeit von Überschussstrom aus PV oder Wind viel mehr Wasser in viel grössere Stauseen pumpen müssten.
Schade für die erstklassigen Ingenieurleistungen und für die Geldgeber, die dieses nun eingetretene Risiko nicht einschätzen konnten wollten.

Die bestehenden Pumpenspeicherwerke sind kaum für den Ausgleich von kurzfristigen und saisonalen fehlenden Leistungen von PV oder Windstrom nützlich. Dafür bräuchte man viel Leistungsfähigere (ca. 15x) Pumpen, welche nur während der kurzen Zeit der Verfügbarkeit von Überschussstrom aus PV oder Wind viel mehr Wasser in viel grössere Stauseen pumpen müssten. Schade für die erstklassigen Ingenieurleistungen und für die Geldgeber, die dieses nun eingetretene Risiko nicht einschätzen konnten wollten.
Othmar Züger am 10.11.2017
Hypothetische Stromversorgung mit deutschem EEG Strom

Zu diesem Thema von mir gemachte Modellrechnungen für das Jahr 2016 für den in Deutschland produzierten Solar- und Windstrom:
Wollte man eine hypothetische Stromversorgung mit diesem Wind- und Solarstrom machen, könnten diese im Schnitt über Tages und Monatsläufe des mittleren Bedarfs in DE rund 13 GW Leistung liefern. Was zeitlich mehr anfällt, würde Pumpspeichern mit in Summe ebenso 13 GW Pump- und Generator Leistung zugeführt, die einerseits bei Nacht und andererseits während Windflauten und Schlechtwetterperioden einspringen würden. Forderte man dabei eine Liefersicherheit von z.B. 99%, d.h. statistisch verteilt würde diese Versorgung pro Woche ca. 1.5 Stunden ausfallen, müssten rund 100 heutige Grimsel2-Stauseen als Pufferspeicher exklusiv zur Verfügung stehen. Mit einer 99% sicheren Stromversorgung ist allerdings eine hochtechnisierte Wirtschaft und Infrastruktur wie sie uns in Mitteuropa seit über 50 Jahren als selbstverständlich vorkommt, kaum denkbar. Die heutige Versorgungssicherheit liegt eher im Bereich von 99.995% oder 25min Ausfall pro Jahr, also rund 200-mal sicherer als diese angenommenen 99%.
In einem realistischen Kostenvergleich mit heutiger Stromversorgung aus konventionellen Kraftwerken für Deutschland, d.h. vor allem Kohle-, Gas- und Kernkraftwerken, müssten die Kosten dieser 100 Grimsel2 Stauseen zu den bisher mehreren 100 Mia€ für den Bau der Wind- und Solaranlagen dazu gezählt werden, was wohl die Gesamtkosten ohne weiteres verdoppeln könnte. Dabei wurden die notwendigen Stromnetze noch gar nicht einbezogen. Es sei dahingestellt, ob in den Alpen überhaupt weitere 100 technisch geeignete Standorte für Grimsel2 Stauwerke gefunden werden könnten, von der politischen Machbarkeit dafür schon gar nicht zu reden. (Rohdaten zu DE Wind- und Solarstrom aus: https://www.netztransparenz.de)

Zu diesem Thema von mir gemachte Modellrechnungen für das Jahr 2016 für den in Deutschland produzierten Solar- und Windstrom: Wollte man eine hypothetische Stromversorgung mit diesem Wind- und Solarstrom machen, könnten diese im Schnitt über Tages und Monatsläufe des mittleren Bedarfs in DE rund 13 GW Leistung liefern. Was zeitlich mehr anfällt, würde Pumpspeichern mit in Summe ebenso 13 GW Pump- und Generator Leistung zugeführt, die einerseits bei Nacht und andererseits während Windflauten und Schlechtwetterperioden einspringen würden. Forderte man dabei eine Liefersicherheit von z.B. 99%, d.h. statistisch verteilt würde diese Versorgung pro Woche ca. 1.5 Stunden ausfallen, müssten rund 100 heutige Grimsel2-Stauseen als Pufferspeicher exklusiv zur Verfügung stehen. Mit einer 99% sicheren Stromversorgung ist allerdings eine hochtechnisierte Wirtschaft und Infrastruktur wie sie uns in Mitteuropa seit über 50 Jahren als selbstverständlich vorkommt, kaum denkbar. Die heutige Versorgungssicherheit liegt eher im Bereich von 99.995% oder 25min Ausfall pro Jahr, also rund 200-mal sicherer als diese angenommenen 99%. In einem realistischen Kostenvergleich mit heutiger Stromversorgung aus konventionellen Kraftwerken für Deutschland, d.h. vor allem Kohle-, Gas- und Kernkraftwerken, müssten die Kosten dieser 100 Grimsel2 Stauseen zu den bisher mehreren 100 Mia€ für den Bau der Wind- und Solaranlagen dazu gezählt werden, was wohl die Gesamtkosten ohne weiteres verdoppeln könnte. Dabei wurden die notwendigen Stromnetze noch gar nicht einbezogen. Es sei dahingestellt, ob in den Alpen überhaupt weitere 100 technisch geeignete Standorte für Grimsel2 Stauwerke gefunden werden könnten, von der politischen Machbarkeit dafür schon gar nicht zu reden. (Rohdaten zu DE Wind- und Solarstrom aus: https://www.netztransparenz.de)
Markus Saurer am 11.11.2017
Wir haben Ihren Gedanken noch etwas ergänzt: http://c-c-netzwerk.ch/index.php/home/versorgungssicherheit-und-blackout
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Mi. 22. Nov. 2017

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