Wenn man nur will, dann kann man sich auch informieren, Frau Bundespräsidentin!

Wenn man nur will, dann kann man sich auch informieren, Frau Bundespräsidentin!

Brief an Frau Bundespräsidentin Doris Leuthard. 

In der NZZ Ausgabe vom Samstag, 28. Januar 2017 war ein Interview mit Frau Bundespräsidentin Leuthard zu lesen. Die Überschrift war:

"Wir müssen nicht alles tolerieren
- Bundespräsidentin Leuthard über den Verlust des Vertrauens in die Wirtschaft, die Zukunft der CVP und die Chancen der Energiewende"

Auszug aus dem Interview:

"Themawechsel: Im Mai werden Sie die Energiewende vor dem Volk vertreten. Wie beurteilen Sie die Ausgangslage?

Ein Volksentscheid gibt eine zusätzliche Legitimation, darum stört mich das Referendum nicht. In der SVP setzen viele immer noch auf die Kernkraft. Doch Kernkraftwerke sind ein Auslaufmodell und völlig unrentabel. Darum gibt es in der Schweiz auch kein Gesuch mehr dafür. Ein neues Werk kostet 11 Milliarden Franken, wie Beispiele im Ausland zeigen. Wie will die SVP dies überhaupt finanzieren? Demgegenüber ist die befristete Förderung der erneuerbaren Energien preiswert. Die Märkte haben sich schon lange auf die Energiewende eingestellt

Welche Unterstützung erwarten Sie von der FDP?

Parteipräsidentin Petra Gössi ist sehr skeptisch. Doch in der FDP gibt es viele, gerade auch in der Westschweiz, die sehr technikaffin sind. Deshalb verstehe ich die FDP nicht ganz. Die Energiewende bietet im Technologiebereich sehr viele Chancen. Preiserhöhungen hat zwar niemand gern. Doch im europäischen Vergleich sind wir bei den Strompreisen immer noch sehr kompetitiv.

Bei der Energiewende verstehe ich die FDP nicht ganz."

Diese so locker in die Debatte geworfenen Aussagen der Bundespräsidentin müssen kommentiert werden, denn sie hinterlassen unter anderem den Eindruck, dass die durch die verfolgte Energiestrategie angepriesenen Energielösungen im Gegensatz zu Kernkraftwerken rentabel seien und unverhältnismässig hohen Kosten für neue Nuklearanlagen der Grund dafür sei, dass keine neuen Baugesuche für solche Anlagen mehr eingereicht wurden. Die bundespräsidialen Aussagen gipfeln in der maliziösen Frage: "Wie will die SVP dies (Kernkraftwerke) überhaupt finanzieren?" Diese Frage schwebt gewissermassen frei im Raum, frei von relevanten Bezügen und Quervergleichen zu den Alternativen und deren Kosten. Absolut unseriös, Frau Bundesprädidentin - anders kann man solche Anwürfe nicht charakterisieren.

Eine eingehendere Kommentierung und Kritik des Interviews finden Sie in meinem Brief an die Bundespräsidentin, den wir Ihnen nachfolgend zum Download zur Verfügung stellen.

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Dateiname: Brief-an-Bundesprsidentin-Leuthard-zu-ihrem-NZZ-Interview-vom-28_01_17.pdf
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Weg von atomaren Luftschlössern?
Energiestrategie 2050 - der Jahrhundertfehler
 
Gäste - Philippe Huber am 28.02.2017
Vor allem das BFE hat in den letzten Jahren versagt

der ehemalige Direktor des BFE trägt eine grosse Verantwortung für die aktuelle Situation. Unzählige Studien wurden in Auftrag gegeben mit dem Ziel der notwendige Ausbau der Erneuerbaren zu begründen und zu forcieren. Auf allen Stufen im BFE ging es nur darum die Nachteile der Kernkraft in Vordergrund zu stellen und Deutschland als Musterschüler zu loben.
Wenn die Schweiz ihre Auslandabhängigkeit bei der Stromversorgung im Winter nicht massiv erhöhen will, werden früher oder später Gaskraftwerke gebaut werden müssen.. Einige Akteure in der Schweiz freuen sich bereit darüber.

der ehemalige Direktor des BFE trägt eine grosse Verantwortung für die aktuelle Situation. Unzählige Studien wurden in Auftrag gegeben mit dem Ziel der notwendige Ausbau der Erneuerbaren zu begründen und zu forcieren. Auf allen Stufen im BFE ging es nur darum die Nachteile der Kernkraft in Vordergrund zu stellen und Deutschland als Musterschüler zu loben. Wenn die Schweiz ihre Auslandabhängigkeit bei der Stromversorgung im Winter nicht massiv erhöhen will, werden früher oder später Gaskraftwerke gebaut werden müssen.. Einige Akteure in der Schweiz freuen sich bereit darüber.
Emanuel Höhener am 02.03.2017
Antwort zum Kommentar von Philippe Huber

Herr Huber,
Man kann Ihrer Analyse nur zustimmen, leider! Zum Thema BFE Leitung möchte ich folgendes ergänzen: Nicht nur wurden unzählige Studien in Auftrag gegeben - die Vermutung liegt nahe teilweise als "guided studies" - sondern in den Jahren nach der Bekanntgabe der Energiewende (Frühjahr 2011) auch der BFE Personalbestand verdoppelt. Zudem hatte beim Ende 2016 zurückgetretenen BFE Leiter die Durchsetzung von ideologische geprägten Energievisionen schon immer Vorrang vor Sachverstand. Ich erinnere mich an ein fehlgeleitetes E-Mail (ca. 2003), welches kurz nach seinem Start in der neuen Funktion als Chef BFE bei mir auf dem Pult landete und eigentlich an die Chef (Energie-) Ideologen seiner Partei gerichtet war. Es ging bereits damals um die Diskussion der Mittel- bis Langfristplanung des CH Produktionsparks. Weil die damaligen Vorstandsmitglieder der Swisselectric seinen Ideen aus sachlichen Gründen nicht sonderlich angetan waren, wurde dies von ihm im zitierten E-Mail Verkehr an die Parteigenossen mit dem Verweis auf "Betonköpfe" und "Angehörige der Stahlhelmfraktion" kommentiert. Sein damaliger Chef, Alt 68-er und Schöngeist hatte ihn vermutlich bewusst ins Amt gehievt.
Auch mit Ihrer Analyse bezüglich Stromversorgung im Winter bei Umsetzung der Energiestrategie bin ich einverstanden. Leider ist es so, dass die Versorgung mit Gas ähnlich volatil bewertet werden muss wie mit Strom, denn für die Kompensation der Produktion der bisherigen Nuklearwerke müsste die zu importierende Gasmenge mehr als verdoppelt werden (Stand 2015), saisonale Gas-Lager innerhalb der CH-Grenzen gibt es nicht. Für Nuklearwerke der neuesten Generation IV wäre es ein leichtes, Brennstoffvorräte für mehrere Jahre sehr kompakt im Land einzulagern.

Herr Huber, Man kann Ihrer Analyse nur zustimmen, leider! Zum Thema BFE Leitung möchte ich folgendes ergänzen: Nicht nur wurden unzählige Studien in Auftrag gegeben - die Vermutung liegt nahe teilweise als "guided studies" - sondern in den Jahren nach der Bekanntgabe der Energiewende (Frühjahr 2011) auch der BFE Personalbestand verdoppelt. Zudem hatte beim Ende 2016 zurückgetretenen BFE Leiter die Durchsetzung von ideologische geprägten Energievisionen schon immer Vorrang vor Sachverstand. Ich erinnere mich an ein fehlgeleitetes E-Mail (ca. 2003), welches kurz nach seinem Start in der neuen Funktion als Chef BFE bei mir auf dem Pult landete und eigentlich an die Chef (Energie-) Ideologen seiner Partei gerichtet war. Es ging bereits damals um die Diskussion der Mittel- bis Langfristplanung des CH Produktionsparks. Weil die damaligen Vorstandsmitglieder der Swisselectric seinen Ideen aus sachlichen Gründen nicht sonderlich angetan waren, wurde dies von ihm im zitierten E-Mail Verkehr an die Parteigenossen mit dem Verweis auf "Betonköpfe" und "Angehörige der Stahlhelmfraktion" kommentiert. Sein damaliger Chef, Alt 68-er und Schöngeist hatte ihn vermutlich bewusst ins Amt gehievt. Auch mit Ihrer Analyse bezüglich Stromversorgung im Winter bei Umsetzung der Energiestrategie bin ich einverstanden. Leider ist es so, dass die Versorgung mit Gas ähnlich volatil bewertet werden muss wie mit Strom, denn für die Kompensation der Produktion der bisherigen Nuklearwerke müsste die zu importierende Gasmenge mehr als verdoppelt werden (Stand 2015), saisonale Gas-Lager innerhalb der CH-Grenzen gibt es nicht. Für Nuklearwerke der neuesten Generation IV wäre es ein leichtes, Brennstoffvorräte für mehrere Jahre sehr kompakt im Land einzulagern.
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