Mario A. Corti ist promovierter Volkswirt (Docteur en droit, mention “economie politique”) der Universität Lausanne. Seine 1971 auf französisch publizierte Dissertation befasste sich mit der Frage, wie die Agrarpolitik der damaligen EWG nach dem bevorstehenden Beitritt Grossbritanniens ausgestaltet werden sollte. 1973 – 1975 studierte er an der Harvard Business School und erwarb dort sein Diplom als MBA.

Beruflich war Corti im privaten und im öffentlichen Sektor tätig. Er begann 1972 bei Kaiser Aluminum & Chemical Corporation in Oakland, Kalifornien. Dieses Unternehmen verliess er Ende 1976, um in die Dienste der Schweizerischen Nationalbank zu treten. 1985 wurde er zum Direktor und Stellvertreter des Vorstehers des III. Departements ernannt. Dieses Departement war für die praktische Durchsetzung der Geldpolitik an den Finanzmärkten zuständig.

Im August 1986 erfolgte die Berufung zum Stellvertreter des Direktors des BAWI (Bundesamt fuer Aussenwirtschaft). Als Delegierter des Bundesrates für Handelsverträge war Corti u.a. für das Dossier “Energie” verantwortlich.

Im Frühjahr 1990 kehrte er zu einer Tätigkeit in der Industrie zurück. Bis März 2001 war er für Nestlé taetig; die ersten fünf Jahre verbrachte er in Glendale, Kalifornien. 1996 wurde Corti zum Finanzchef (CFO) und Mitglied der Generaldirektion von Nestlé ernannt.

Im Frühjahr 2000 war Corti als einfaches Mitglied in den Verwaltungsrat der SAirGroup gewählt worden.  Nach dem sich abzeichnenden Scheitern der “Hunter-Strategie” traten 9 der 10 Mitglieder gestaffelt zurück, und Mario Corti traf einen folgenschweren Entscheid: er stellte sich zur Verfügung, um das in Schieflage geratene Unternehmen zu retten. Erste Erfolge wurden erzielt, doch die Terroranschläge vom 11. September 2001 warfen alle Pläne ueber den Haufen. Die dringend benötigte Bundeshilfe wurde erst gewährt, nachdem der Gruppe Nachlasstundung und Grounding aufgezwungen worden waren. Jahrelange Prozesse folgten. Im Strafverfahren wurde Corti 2007/2008 in sämtlichen Anklagepunkten freigesprochen.

Seit Herbst 2002 lebt Corti wieder in den USA. Er hat dort insgesamt schon mehr als 26 Jahre verbracht. Neben Oekonomie und Geschichte beschäftigt er sich seit langem am liebsten mit Physik. Im Februar 2019 wurde er Mitglied des CCN-Netzwerks.

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