Ein paar Gedanken zu Blockchain

Ein paar Gedanken zu Blockchain

Im Energiesektor steht die Blockchain vor der Tür. Die Rechnung könnte im Endeffekt für Kunden und Steuerzahlerinnen noch schlechter herauskommen.

Blockchain: Es ist ja theoretisch wunderbar, wenn alles von der Wiege bis zur Bahre flächendeckend auf Milliarden Computern identisch registriert und gespeichert wird.

Oder wenn betreffend den Strom

alles von der Produktion (Zeit, Zeitintervall, kW, kWh, Frequenz, laufender aktueller Bilanzgruppensaldo, Produktionsprofil über Zeit, Produktionsart, Preis, Kraftwerkseigentümer, Stromlieferant, Zwischenverkäufer, Stromkäufer, Endkunde, Verbraucher etc. etc.) über Umwandlung der Energie (hier kann sich jeder die vielen weiteren involvierten Parameter selber ausdenken), über die Übertragungsnetze (dito), über die Allokationen der Überlastungen und Loop flows (dito), über die Regelzonengrenzen (dito), über die Börsen bzw. Händlerorganisationen (dito), über die Landesgrenzen (dito), über die Verteilnetze (dito) und über die eigentlichen Lieferanten bis zu den Endkunden – pardon – Prosumern (die zeitweise von ihren Nachbarn erneuerbare Energie zukaufen und zeitweise ihre Autobatterie anzapfen oder ihren Hausmüll mit der örtlichen KVA gegen subventionierten Strom tauschen etc. etc.)

peinlich genau registriert und «gerecht» abgerechnet wird.

Rein technisch sehe ich in den kommenden Jahrzehnten keine Probleme, dass sich das Blockchain-System nicht realisieren liesse. Es gilt bei der Dezentralisierung und Digitalisierung der Grundsatz «small is beautiful». Milliarden von Handys passen ja in die Hosentaschen.

Die Frage ist: Kann sich die Gesellschaft diese flächendeckende Vernetzung der kleinen Dinge leisten?

Oder dümmer gefragt: Braucht man das wirklich?

Oder noch dümmer gefragt: Wollen wir uns in diese Abhängigkeit – und damit Verletzbarkeit! – begeben?

Aber solange der Ruf

nach mehr Wettbewerb, mehr Subventionen, mehr Staatsinterventionen bei nicht der geringsten Diskriminierung, bei absolutem Persönlichkeitsschutz, bei mehr Zukunftsglaube und mehr «zurück zur Natur und Erneuerbarem» sowie bei absoluter Risikolosigkeit oder absoluter Sicherheit und gigantischen Visionen etc. etc. erschallt,

ohne dass jemand über die Konsequenzen Rechenschaft ablegen würde, wird die Rechnung, die im Endeffekt Kunden oder Steuerzahler schultern müssen, nicht und nimmer aufgehen.

Nachhaltigkeit hat drei Pfeiler: Ökologie, Ökonomie und Soziales. Diese sehen sich von jenen Blockchain-Strategen, die von einer umfassenden, flächendeckenden Chain (Kette) träumen, offenbar weitgehend bis total ausser Acht gelassen. Die Energiewende (in Deutschland inzwischen mit absehbaren Kosten von 1000 bis 2000 Milliarden Euro und – schlimmer – ohne Wirkung auf das Klima!) und die Probleme, die man sich damit einhandelt, sind gigantisch. Die Blockchainwende steht vor der Tür. Sollte man sie nicht einmal mit denselben Grundgedanken beaufschlagen?

Science hystérique
Velo gegen Tram und Fussgänger
 
Gäste - Ralph Göpel am 03.07.2019
IoT kommt noch dazu

Lieber Hans
Glückwunsch zu deinem Beitrag.
Ich möchte noch ein anderes Thema, IoT (Internet of Things) hinzufügen. Ich schätze dass der momentane Stromverbrauch der Data Center in der Schweiz jährlich bei mindestens 3TWh liegt, was sicherlich so um die 5% des Gesamtstromverbrauch sein wird. Jetzt kommt IOT ins Spiel. Aktuell werden immer mehr Haushaltsgeräte mit Sensoren ausgerüstet die verschiedene Parameter sammeln und über wireless Verbindungen an diverse Firmen gesendet werden. Als Beispiel dient hier mal Milch, bemerkt der Sensor im Kühlschrank dass die letzte Packung entnommen worden ist bestellt er selbstständig neuen Vorrat. Oder in Gebäudeliften werden permanent Wartungsparameter gemessen. Diese Aufzählung ist endlos wie auch der zukünftige Stromverbrauch einmal auf der Verbraucherseite als auch auf Seiten von tausenden von Lieferanten. Alles immer online, ohne Stand–by. Brauchts das wirklich? Wohl kaum, aber ich orakle dass es im Mainstream ankommen wird. Was das für den Stromverbrauch heissen wird kann sich jeder denken. Viel Spass mit den ´Erneuerbareń. Gruss Ralph

Lieber Hans Glückwunsch zu deinem Beitrag. Ich möchte noch ein anderes Thema, IoT (Internet of Things) hinzufügen. Ich schätze dass der momentane Stromverbrauch der Data Center in der Schweiz jährlich bei mindestens 3TWh liegt, was sicherlich so um die 5% des Gesamtstromverbrauch sein wird. Jetzt kommt IOT ins Spiel. Aktuell werden immer mehr Haushaltsgeräte mit Sensoren ausgerüstet die verschiedene Parameter sammeln und über wireless Verbindungen an diverse Firmen gesendet werden. Als Beispiel dient hier mal Milch, bemerkt der Sensor im Kühlschrank dass die letzte Packung entnommen worden ist bestellt er selbstständig neuen Vorrat. Oder in Gebäudeliften werden permanent Wartungsparameter gemessen. Diese Aufzählung ist endlos wie auch der zukünftige Stromverbrauch einmal auf der Verbraucherseite als auch auf Seiten von tausenden von Lieferanten. Alles immer online, ohne Stand–by. Brauchts das wirklich? Wohl kaum, aber ich orakle dass es im Mainstream ankommen wird. Was das für den Stromverbrauch heissen wird kann sich jeder denken. Viel Spass mit den ´Erneuerbareń. Gruss Ralph
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Mi. 21. Aug. 2019

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