E-Autos: GLP-Präsident Grossen fordert Fake-Berechnungen

E-Autos: GLP-Präsident Grossen fordert Fake-Berechnungen

Im Umweltbericht des Bundesrats 2018 schneiden die E-Autos im CO2 -Vergleich zu allen anderen Autos schlecht ab. Darum ist die Förderung der Elektroautomobilität auf absehbare Zeit keine vernünftige klimapolitische Option. E-Autos konterkarieren die Ziele der Klimapolitik.

Diese Folgerung ergibt sich aus den aktuellen technischen und ökonomischen Fakten. Die Berechnungen des Bundes basieren richtigerweise auf den aktuellen Strommixen der Herkunftsländer der Bestandteile der E-Autos. Die Stromproduktion wird weltweit von stark CO2-trächtigen fossilen Werken dominiert (im Durchschnitt zu über 80%).

Für die Betriebsenergie greifen die Berechnungen im Bericht - ebenfalls richtigerweise - auf denjenigen Strommix zurück, der tatsächlich die meiste Zeit aus unseren Steckdosen fliesst. Dieser Mix ist über die Jahre immer stärker von ausländischen fossilen Stromimporten abhängig geworden. Und jetzt droht unsere Importabhängigkeit bei Umsetzung der Energiestrategie 2050 sprunghaft anzusteigen, es sei denn, wir bauten eigene Gaswerke, was aber den CO2-Gehalt des Stroms noch massiver ansteigen liesse.

Soweit, so gut und vor allem vom Bund für einmal ökologisch methodisch richtig kalkuliert. Denn für die ökologisch relevanten Kosten (die ökologischen Opportunitätskosten) ist es unerheblich, wenn in einzelnen Fällen (wie etwa bei Tesla) Batterien und andere Bestandteile der E-Autos mit «Grünstrom» (Wind, PV, Wasser, Bio) hergestellt und diese Autos dann eventuell auch mit solchem Strom «betankt» werden. Es gilt für alle Fälle:

Soweit gewisse Herstellungs- und Betriebsprozesse in der Schweiz oder in anderen Ländern «Grünstrom» verbrauchen, müssen andere Herstellungs- und Betriebsprozesse im selben Ausmass zwingend auf andere Stromquellen ausweichen. Und diese anderen Stromquellen sind in aller Regel fossil.

Nur wenn die Analyse diesem unverrückbaren Opportunitätsprinzip nachlebt, kommt sie zu den ökologisch relevanten, «wahren» Umweltbelastungen. Dieses Prinzip muss zwingend angewendet werden, bis alle fraglichen Stomnetze oder -netzverbünde von Herstellungs- und Betriebsländern von E-Autos (fast) nur noch «Grünstrom» enthalten. Dies wird noch auf Jahrzehnte hinaus nirgends der Fall sein!

Grossen fordert Berechnung von Fake!

Nun fordert Nationalrat Jürg Grossen, Präsident der Grünliberalen und des Schweizerischen Elektromobilitätsverbands Swiss E-Mobility (in TA-Medien wie hier in der BaZ), dass Fachleute berechnen, wie stark ein E-Auto die Umwelt belastet, wenn es samt seiner Batterie ganz mit erneuerbarer Energie hergestellt wird. Zudem soll in einer Variante berücksichtigt werden, dass Batterien nach ihrem Einsatz im E-Auto noch für zehn Jahre als Zwischenspeichermedium von dezentral produziertem Strom oder zur Netzstabilisierung zur Anwendung kommen könnten.

Wie gesagt, spielt es für die effektiv relevanten Umweltbelastungen gar keine Rolle, mit wie viel «Grünstrom» E-Autos hergestellt oder betrieben werden. Solange in den betroffenen Ländern noch Fossilstrom benötigt wird - was noch fast überall in sehr hohem Masse der Fall ist -, muss die Ökobilanz der E-Autos mit den jeweils effektiven Netz-Strommixen kalkuliert werden.

Alles andere ist Phantomberechnung, Fake - wenn nicht Irreführung, Lüge!

Die Möglichkeit, E-Auto-Batterien weiterzuverwenden, darf dagegen berücksichtigt werden, soweit dem auch wirklich so ist (Nutzen über die gesamte Lebensdauer einer Batterie). Soweit ersichtlich, scheint ein solches Recycling aber noch nicht weit verbreitet zu sein.

Zum Schluss ist in Erinnerung zu rufen, dass «Grünstrom» keineswegs CO2-frei ist - insbesondere PV- und Windstrom sind dies auch aufgrund ihrer extrem niedrigen Erntefaktoren ganz und gar nicht (weit besser schneiden Hydrostrom und - mit Abstand am besten - Nuklearstrom ab).

Fazit: Der Bundesrat verdient für seinen fundierten und ehrlichen Bericht ein grosses Lob. Dagegen muss gegen NR Grossen und seinen Swiss E-Mobility Verband die gelbe, wenn nicht rote Karte gezogen werden. Zumindest wegen Aufruf zu Fake, versuchter Irreführung der Allgemeinheit und Verschleierung von Partikularinteressen zu Lasten von Umwelt und Gesellschaft!

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