Gerd Held: Zwischen Hysterie und Hybris - Unzeitgemäße Gedanken zur „Klima-Rettung"

Gerd Held: Zwischen Hysterie und Hybris - Unzeitgemäße Gedanken zur „Klima-Rettung"

Dr. rer. pol. Gerd Held - Politischer Publizist in Berlin. Von 2001 bis 2006 verschiedene Essays in der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“. Seit 2007 zahlreiche Beiträge in der Tageszeitung „Die Welt“, darunter 120 Leitartikel. Autor der Online-Plattform „Die Achse des Guten“, seit Beginn 2016 mit einer eigenen Kolumne auf der Online-Plattform „Tichys Einblick“ vertreten. Bis 2017 Privatdozent für Stadt- und Regionalplanung an der Technischen Universität Berlin. Kontakt: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Vortrag von Gerd Held

am 13.11.2019 in der Bibliothek des Konservativismus in Berlin,
dem CCN freundlicherweise vom Vortragenden zur Verfügung gestellt.

Internetsite http://www.gerdheld.de/

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Ich freue mich, Ihnen heute etwas vortragen zu dürfen, und zwar zu einem Thema, dass dem Konservativismus besonders auf den Leib geschrieben ist.

Im Laufe des Jahres 2019 ist unübersehbar deutlich geworden, dass wir vor einem monströsen Projekt stehen: der Welt-Klima-Rettung. Diese Welt-Rettung soll darin bestehen, dass die Nutzung fossiler Energieträger abgebrochen wird, um die Temperatur auf der Erde auf einem bestimmten Niveau zu fixieren. Dies Projekt hat nun einen Zwangscharakter bekommen: Es gibt eine Terminierung des CO2-Ausstiegs (bis 2050) mit Gesetzeskraft. Und es gibt eine Art Pflichtkonsens für dies Projekt, der in allen wichtigen internationalen Institutionen als eine Art Eintrittskarte funktioniert. In den MainstreamMedien sind abweichende Positionen als „Klima-Leugnung" zur Häresie erklärt worden und werden nicht mehr korrekt dargestellt. Eine „große Transformation" ist ausgerufen und sie duldet weder Widerspruch noch Zaudern.

In Wirklichkeit muss es heißen: Der große Bruch ist ausgerufen, denn es sollen tragende Säulen unserer Zivilisation umgestürzt werden. Dazu werden auf dem weiten Feld „Klima" zwei Verkürzungen vorgenommen:

  1. Die Wandlungen des Weltklimas wird zu einer ultimativen „Klimakrise" zugespitzt, indem ein „Kipppunkt" und ein drohender „Kollaps" der Bewohnbarkeit der Erde behauptet wird.
  2. Es wird behauptet, dass die CO2-Emissionen der heutigen menschlichen Zivilisation diesen Kipppunkt herbeiführen, und daher die Rettung in einer „CO2-Neutralität" besteht.

Damit läuft die Klima-Rettung auf einen großen Zerstörungsfeldzug hinaus, auf einen „Krieg gegen das CO2". Das aber ist beim heutigen Stand der Technik ein Angriff auf das erreichte Niveau der Zivilisation, denn dies Niveau hängt weitgehend von der Nutzung fossiler Energieträger ab. Das gilt für das Mobilitätsniveau, das Wohnniveau, das Niveau der betrieblichen Produktion und Wertschöpfung. Es gibt hier auf absehbare Zeit keine Alternative. Jedenfalls keine, die eine Bevölkerung von 7,5 – 10 Mrd. Menschen auf der Erde durch das 21. Jahrhundert bringen könnte.

Die angebliche „Rettung" führt also in ein gigantisches Vernichtungsszenario hinein, das mit der Zivilisationsvernichtung der Weltkriege des 20. Jahrhunderts durchaus vergleichbar ist. Manches an dem Klima-Syndrom des Jahres 2019 erinnert tatsächlich fatal an das Jahr 1914. Wir unterwegs in einem Opfergang, der durch eine Hysterie des Weltuntergangs getrieben wird, hinter der aber wiederum eine Hybris steht: die Hybris, dass ein „Sieg über das CO2" zum Greifen nahe ist.

Natürlich wissen wir nicht, ob es wirklich zum Äußersten kommen wird, oder ob es eine Ernüchterung gibt und sich Gegenkräfte entwickeln, die diesen Opfergang durchkreuzen. Auf jeden Fall werden diese Gegenkräfte ein klares Bewusstsein über den Wert und die unverzichtbaren Strukturen unserer neuzeitlichen Zivilisation brauchen.

Das ist der Startpunkt meines heutigen Vortrags. Ich werde versuchen, Ihnen die Stellungen in diesem Zivilisationskrieg – zumindest einige Schlüssel-Positionen – zu skizzieren. Dabei will ich eine Verbindung versuchen, die etwas ungewöhnlich ist: Ich will Geistesgeschichte und Technikgeschichte miteinander verbinden, also geistige und materielle Zivilisation nebeneinanderstellen. Das bedeutet auch, dass ich nicht die Klima-Debatte im engeren Sinn wiederholen werde, sondern mich auf ihre Grundlagen konzentrieren werde – aber das möglichst anschaulich. Mein Vortrag fängt daher im Schwarzwald an …

Laden Sie hier die Fortsetzung herunter.

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Dateiname: 2019-11-Vortrag-Hysterie-und-Hybris.pdf
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Die Strategie für CO2-freie Energie der Schweiz
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