Ideologischer Tunnelblick

Ideologischer Tunnelblick

Keine gute Voraussetzung für eine zukunftsfähige Energiepolitik

Energie ist Grundlage jeglicher Aktivität, seien das natürlich ablaufende Prozesse in der unbelebten Natur, seien das Prozesse der Biosphäre oder eben menschliche Aktivitäten. Energie ist eine fundamentale physikalische Grösse. Der erste Hauptsatz der Thermodynamik beschreibt die Energieerhaltung thermodynamischer Systeme. Energie kann weder vermehrt noch vermindert, sondern nur in eine andere Form umgewandelt werden. Zum Beispiel von chemischer Energie in kinetische Energie oder thermische Energie. Der zweite Hauptsatz der Thermodynamik beschreibt die Irreversibilität von Prozessen. Wärme kann durch eine periodisch arbeitende Maschine nie vollständig in Arbeit umgewandelt werden. Alle Prozesse in denen Reibung auftritt sind irreversibel. Der Wirkungsgrad des Carnot-Prozesses kann nicht übertroffen werden. Auch wenn all diese Gesetze längst begriffen und unbestritten sind, finden immer wieder vermeintliche Lösungen Gehör, welche diese Gesetze klar verletzen. Dass man dem Bodensee Wärmeenergie von zwei Atomkraftwerken entziehen könne, verkündete selbst die renommierte Wissenschaftsanstalt EAWAG. Dass dazu Energie aufgewendet werden muss wurde unterschlagen.

Politisch korrekte Technologien

Solche Fehlleistungen werden befördert durch eine gewollte Einengung möglicher Lösungspfade. Der Tunnelblick ist das Resultat zweier ideologischer Dogmen: „Kernenergie ist unverantwortbar gefährlich" und „Verbrennungsprozesse führen zu einer Klimakatastrophe". Dass die Energieforschung sich diesen politischen Zwängen unterwirft ist traurig. Leider ist es angesichts der gezielten Förderung politisch korrekter Technologien nachvollziehbar.

Energie ist ein unverzichtbares und reichlich vorhandenes Gut. Unterschiedliche Energieumwandlungstechniken haben unterschiedliche Vor- und Nachteile. Die lassen sich jeweils nur schwerlich miteinander vergleichen. Der Spruch „Die Sonne stellt keine Rechnung" ist genauso richtig oder genau so falsch wie „Kohle liegt gratis herum". Jede Art der Energiegewinnung verlangt eine lange Kette von Prozessen zur Beschaffung, Betrieb und Entsorgung. Nur die Gesamtbetrachtung aller Prozesse ermöglicht einen ökonomisch und ökologisch sinnvollen Vergleich. „Solarstrom hat Kostenparität mit Kohlestrom erreicht" ist eine von Finanzanalysten verbreitete Aussage. Einer näheren Analyse halten solche Statements nicht stand. Entweder beziehen sich die Produktionskosten nur über eine vereinbarte Tageszeit oder klammern bewusst Lieferverpflichtungen aus. Für süffige Schlagzeilen genügt das allemal, für eine zuverlässige Energieversorgung jedoch nicht. Das Prinzip der Energiedichte hat es noch nicht in die Politik geschafft.

Die Bevorzugung einer bestimmten Technologie gelingt nur unter Einschränkung konkurrierender Systeme. Man muss eine Energieform schlecht machen, um die Eigeninteressen in eine andere Energieform zu fördern. Das ist mit den Dogmen zur Kernenergie und dem Klimawandel gut gelungen. Allerdings halten beide Dogmen einer näheren Analyse genauso wenig stand, wie die kostenlose Energie von der Sonne.

Das Verbieten von Verbrennungsprozessen zur Rettung des Klimas ist alleine schon deshalb fragwürdig, weil sämtliche biologischen Prozesse auf unserem Planeten genau auf diesem Prinzip, der Oxidation und Reduktion von Kohlenstoff aufbauen. Das Produkt CO2 ist kein Gift, sondern ein lebenswichtiger und unerlässlicher Bestandteil eines natürlichen Kreislaufes. Dass durch das Verbrennen fossiler Kohlenstoffverbindungen das Gleichgewicht in der Atmosphäre gestört wird, ist eine Tatsache. Wie weit dadurch das Klima aber aus den Fugen gerät ist alles andere als „settled science". Die Dynamik und Variabilität des natürlichen Kohlestoffkreislauf, in welchem der anthropogene Anteil rund 4% ausmacht, ist noch keineswegs soweit begriffen, um irgendwelche verlässlichen Voraussagen zur Klimaentwicklung zu machen. Vollständig der wissenschaftlichen Beweisführung entzieht sich der Umkehrschluss, dass durch ein Verbrennungsstop fossiler Ressourcen, das Klima positiv zu beeinflussen sei. Dass Schadstoffe wie Russ und Schwefel aus dem Verbrennen von Kohle jährlich Millionen frühzeitiger Todesfälle verursachen, und massiv höhere Umweltschäden zur Folge haben, als ein erhöhter CO2-Gehalt, ist keine Schlagzeile wert. Und dass diese Probleme mit Ersatz durch Erdgas massiv reduziert werden könnten, gilt schon beinahe als Blasphemie.

Die Angst vor Kernenergie ist noch wesentlich einfacher zu befeuern. Radioaktivität ist mit keinem unserer Sinnesorgane wahrzunehmen. Radioaktive Strahlung ist somit unbestritten etwas unheimliches, auch wenn wir ihr im täglichen Leben laufend ausgesetzt sind. Ein Besuch auf dem Jungfraujoch und ein Langstreckenflug belasten mehr als ein Besuch des Sperrgebiets um Fukushima. Wenn diese Angst nicht ausreicht, bleibt noch der unakzeptable radioaktive Abfall. Dass dieser bei laufender Entwicklung der Technologie eines Tages zum Rohstoff werden kann, passt nicht ins Dogma und wird bestenfalls als Träumerei abgetan. Tatsächlich sind die heutigen Leichtwasserreaktoren kein Vorbild zukünftiger Kraftwerke. Sie sind im gegenwärtig überregulierten Markt auch ökonomisch unattraktiv. Trotzdem kann die Stromwirtschaft nicht auf sie verzichten. Dass weltweit neue Reaktoren nicht nur in Entwicklung, sondern bereits im Bau und schon im Betrieb sind, passt nicht ins gängige Bild und wird politsch korrekt verdrängt.

Energiepolitik weder zum Wohle der Gesellschaft, noch zum Wohle der Natur

Das enge Bild einer Welt, die sich nur mit Sonne und Wind versorgen kann, beschränkt sich ausschliesslich auf Wohlstandsgesellschaften wie in der Schweiz und in Deutschland. Ein Blick in aufstrebende Länder ergibt ein völlig anderes Bild. Der globale Strombedarf wird so stark zunehmen, dass auch ein massiver Zubau neuer erneuerbarer Energien höchstens den Zuwachs wettmachen kann und keinen einzigen konventionellen Energieträger substituieren wird. In diesem Sinne sind neue Erneuerbare zu begrüssen. Bisher haben sie sich im freien Markt noch zu beweisen. Mit einem offenen Blick in die Welt wird leicht erkennbar, dass mit planwirtschaftlichen Massnahmen wie sie Deutschland und die Schweiz in der Energiepolitik betreiben, keine Zukunft zu machen ist. Weder zum Wohle der Gesellschaft, noch zum Wohle der Natur.

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Gäste - Philippe Huber am 12.01.2017
Die Energiestrategie gemäss UVEK ist leider nur eine Atomausstiegsstrategie

Ein Blick auf die Webseite des UVEK bestätigt es. Dort kann gelesen werden:: Das Potenzial der erneuerbaren Energien und der Wasserkraft ausschöpfen, die Energieeffizienz steigern und das subventionsbasierte System langfristig durch ein Anreizsystem ersetzen. Parallel dazu schrittweise Ausserbetriebsetzung der Kernkraftwerke. Von einer Energiestrategie in ihrer gesamten Komplexität kann daher kaum die Rede sein. Das BFE hat aber zig teure Studien in Auftrag gegeben, um auf so ein mageres Ergebnis zu kommen ....:

Ein Blick auf die Webseite des UVEK bestätigt es. Dort kann gelesen werden:: Das Potenzial der erneuerbaren Energien und der Wasserkraft ausschöpfen, die Energieeffizienz steigern und das subventionsbasierte System langfristig durch ein Anreizsystem ersetzen. Parallel dazu schrittweise Ausserbetriebsetzung der Kernkraftwerke. Von einer Energiestrategie in ihrer gesamten Komplexität kann daher kaum die Rede sein. Das BFE hat aber zig teure Studien in Auftrag gegeben, um auf so ein mageres Ergebnis zu kommen ....:
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